Nein zur Luca-App!

Nein zur Luca-App!

Beitrag vom 31. Mai 2021


Trotz zahlreicher Bedenken anerkannter Institutionen wie dem CCC hat sich der Kreis Neumarkt i. d. OPf. für die Benutzung der Luca-App entschieden. Die Luca-App, welche für die digitale Kontaktverfolgung genutzt werden kann, steht seit Anbeginn ihrer Einführung unter Kritik. Vor allem Datenschützer und Sicherheitsexperten kritisieren die unverhältnismäßige Erfassung und die zentrale Speicherung der Daten [1].

Ebenfalls wird kritisiert, dass das Prinzip der Zweckgebundenheit nicht erfüllt wird und mit diesem Ansatz neben der Pandemiebekämpfung, bereits weitere Geschäftsmodelle mit dieser Technologie diskutiert werden[1]. Trotz aller Kritik sitzen die Entwickler den Sturm aus und versuchen mit symbolischen Aktionen, wie die Veröffentlichung des Source-Codes, jegliche datenschutzrechtliche Kritik von sich fernzuhalten. Allein der Staat Bayern hat für eine einjährige Lizenz der App 5,5 Millionen Euro ausgegeben[3].

Der Chaos Computer Club e. V., Vermittler in technischen und sozialer Entwicklung, kritisiert ebenso den Einsatz und fordert eine Bundesnotbremse der Distribution und Förderung der Luca-App[3]. Aktuelle Berichte über eine mögliche Schwachstelle in welcher die App eine Code Injection durch Angreifer ermöglicht und somit Gesundheitsämter zum Ziel von Hackerangriffen werden lässt[4], verdeutlichen die Sicherheitsbedenken.

Jason Seger, stellvertretender Kreissprecher kritisiert: „Die überstürzte Entscheidung pro Luca-App vor allem mit dem Hintergrund, dass diese seit Einführung ständig in Kritik von IT-Sicherheitsforschern und Datenschutz-Experten steht, steht sinnbildlich dafür, dass die bayerische Staatsregierung und auch die Kreisregierung Oberpfalz sich mit Symbolpolitik durch die Corona-Pandemie versucht zu profilieren. Etablierte Lösungen wie zum Beispiel die Corona-Warn-App, hätten identische Funktionen, verzichten aber auf die zentrale Datenspeicherung Ihrer Nutzer[2]. Hier sind die bayerische Landesregierung und die Kreisregierung der Oberpfalz einer guten Marketingstrategie unterlegen, auf Kosten des Steuerzahlers und der Sicherheit der persönlichen Daten jeder Privatperson, welche diese Anwendung verwenden muss.“

 

[1] Gemeinsame Stellungname zur digitalen Kontaktnachverfolgung (digikoletter.github.io)

[2] Neue Corona-Schutzverordnung: Sachsen erlaubt Check-in per Corona-Warn-App (netzpolitik.org)

[3] CCC | Luca-App: CCC fordert Bundesnotbremse

[4] Gefahr für Gesundheitsämter: Luca-App ermöglicht Code Injection | heise online

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